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Sparen führt NUR zur Verarmung und löst keine wirtschaftlichen Probleme!

zum Artikel in der WOCHE

Dipl. Ing. Peter Rotter

Italienerstraße 15

9500 Villach

Tel.: 0650/3420760

Email: peterrotter@gmx.at

Herrn

Labg. Ferdinand Hueter

Email: ferdinand.hueter@oevpclub.at

 

Betrifft: Ihr Beitrag „Klartext - keine neuen Schulden“ in der Kärntner Woche Nr. 16

                                                                                                                                                                                                           Villach, 24.4.2017

 

Sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter,

anstatt der von Ihnen gewählten Überschrift hätten Sie auch schreiben können „Klartext – kein neues Geld“. Dies hätte   dasselbe ausgesagt. Geld entsteht ausschließlich aus dem Nichts als Schuld per Kredit. Schuldenrückzahlung und „Geldvernichtung“ sind derselbe Vorgang. Wenn jemand z. B. 1000 Euro zurückzahlt, dann hat er zwar weniger an Verbindlichkeiten, er hat aber auch 1000 Euro weniger zur Verfügung. Steigt unvorhergesehen der Geldbedarf, muss dieser in Form neuer Schulden gedeckt werden. In diesem Licht muss der Befreiungsschlag gesehen werden, von dem Sie im Zusammenhang mit der Auflösung des 400 Millionen Sondervermögens des Landes Kärnten geschrieben haben. Die 800 Millionen weiterer Verbindlichkeiten, die Sie im selben Artikel anführen müssen mit Geld, also Schulden, bezahlt werden. Entweder mit Geld aus eigenen weiteren Schulden oder wie es zumindest geplant zu sein scheint, mit dem Geld aus den Schulden anderer. Daraus sieht man bereits, dass Schulden außer durch einen Schuldenschnitt nicht getilgt, sondern nur weitergegeben werden können. Bei der Gelegenheit möchte ich Sie fragen, aus wessen Schulden stammt das Geld für die in Ihrem Beitrag erwähnten Investitionen? Die finanzpolitische Großwetterlage ist natürlich derart zu sehen, dass jeder Schuldner seine Schulden weitergeben möchte. Je mehr aber die Schuldner Geld durch Schulden „produzieren“ um die Altschulden mit neuen, durch die Zinsen bedingt, höheren Schulden umzuschulden, umso mehr und schneller steigt die allgemeine Verschuldung. Am besten ist dies an der trotz aller Sparprogramme seit Jahrzehnten stetig steigenden Staatsverschuldung zu sehen. Nur Wirtschaftswachstum, das aber in einer endlichen Welt nicht ewig sein kann und sein wird, hält dieses System am Laufen. Wir alle stehen sozusagen seit Jahrzehnten täglich vor der Alternative „Wachstum oder Insolvenz“.

Wie sehr das derzeitig zu geringe Wirtschaftswachstum eine beginnende finanzielle Austrocknung Österreichs bedeuten und damit nicht nur Kärnten treffen könnte, habe ich in einem Schreiben an den Herrn Finanzminister Dr. Schelling dargelegt, das unter dem Link

https://www.kreditordnung.info/de/schriftverkehr-zur-umsatzsteuerschaetzung

zu lesen ist.

Herr Abgeordneter, wird Ihre Partei, die ÖVP, die erste der im Landtag vertretenen Parteien sein, die mit den Menschen im Lande Klartext reden wird, dass  Geld und Schulden  zwei Seiten derselben Medaille sind?

  Mit freundlichen Grüßen!

  Dipl. Ing. Peter Rotter